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Taktteilung

Die Bestandteile der Harmonien, die den Inhalt der Takte ausmachen, haben eine rhythmische Anordnung, die auf einer gleichmäßigen Teilung der Klangdauer des Taktes beruht. Der Takt kann gerade (in Hälften) oder ungerade (in Dritteln) geteilt sein, und die Resultate dieser Teilung, die Taktsegmente, können ihrerseits (gerade oder ungerade) geteilt sein und in untergeordnete Segmente zerfallen. Die Taktteilung erfolgt nach dem Prinzip einer fortlaufend hierarchischen Aufteilung. Das Gleichmaß der Aufteilung begründet die Übereinstimmung der resultierenden Segmente auf jeder Stufe der Teilung und somit eine weitere Form des Zusammenpassens von Klangfiguren.

 

Man kann unterscheiden zwischen

1. fortlaufend gerader Aufteilung des Taktes (Beispiel: J. S. Bach, Präludium, BWV 846)

2. fortlaufend ungerader Aufteilung (Beispiel: J. S. Bach, Präludium, BWV 882)

3. Kombination der Teilungsarten (Beispiele: J. S. Bach, Präludium, BWV 999 und Gigue, BWV 825)

 

Die Taktsegmente der verschiedenen Teilungsstufen treten als Töne auf, die diese Taktteilung festsetzen, und zwar nicht nur für den einzelnen Takt, sondern aufgrund der in ihrer Unterteilung übereinstimmenden Takte auch als fortdauerndes rhythmisches Schema.

 

Auf dieser Grundlage können auch Töne auftreten, in denen einzelne Taktsegmente miteinander verschmolzen sind. Sie tragen nicht zur Festigung des rhythmischen Schemas bei, sind aber nichtsdestotrotz durch dieses Schema bestimmt. Durch die Verschmelzung von Taktsegmenten können Bestandteile verschiedener Harmonien oder Tonarten miteinander in einem Ton verknüpft werden.

 

Der Ton fis, der im Bass über den Taktstrich hinweg gebunden ist, durchläuft während seiner Klangdauer eine harmonische Metamorphose, worin er Bestandteil nicht nur wechselnder Harmonien, sondern sogar wechselnder Tonarten wird. Am Taktstrich findet nämlich eine Modulation von e-Moll nach D-Dur statt, wie man leicht daran erkennt, dass beide Takte jeweils den kompletten Tonbestand ihrer Tonart enthalten. Das fis klingt als dominantische Quinte in e-Moll an, wechselt dann seine harmonische Identität und verklingt als tonische Terz in D-Dur.

 

Verschmolzene Taktsegmente können verschieden notiert sein: als einzelne Noten mit bestimmtem Wert oder als zwei Noten mit Ligatur.

 

Die Hierarchie der Teilungsstufen macht sich im Takt als relative Betonung der Töne geltend. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen verschmolzene Taktsegmente unter bestimmten Bedingungen als Synkopen.

 

Mit der gängigen Vorstellung von Zeiteinheiten, aus denen der Takt gebildet sein soll, wird das Verhältnis von Takt und seinen Teilen auf den Kopf gestellt. Fachbegriff aus dem Bereich Musik.


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