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Taktstrich

Seit seiner Durchsetzung in der Musik wird der Takt durch Taktstriche kenntlich gemacht. Dem Musiker ist bewusst, dass am Taktstrich prinzipiell ein Harmoniewechsel stattfindet. Daraus den Schluss zu ziehen, dass das Zusammenklingen der Bestandteile einer Harmonie gewöhnlich mit ihrer Koexistenz im Takt zusammenfällt, ist mehr eine Sache für Theoretiker. Tatsächlich notiert man ja auch nicht den Harmoniewechsel, sondern den Takt. Und im Begriff des Taktes ist nicht nur die prinzipielle Einheit von Takt und Harmonie enthalten, sondern auch deren sporadische Trennung. Der rhythmische Effekt eines Harmoniewechsels im Takt wird also ganz sachgerecht notiert, wenn mehrere Harmonien zwischen zwei Taktstrichen stehen.

 

Die Notierung hält sich aber nicht sklavisch an den hörbaren Takt. Der Taktwechsel durch Änderung der Geschwindigkeit des Harmoniewechsels etwa wird nur sehr ausnahmsweise als solcher notiert. Es ist nämlich für das Lesen der Notenschrift sehr wichtig, dass der durch Taktstriche eingegrenzte Taktinhalt als stets gleiche Klangdauer definiert ist. So können von einem bestimmten Takt an zwei Harmonien im Takt stehen, ohne dass ein Taktwechsel notiert werden muss. Diese Konvention versagt ihren Dienst erst dann, wenn plötzlich drei statt vier Viertel-Noten einen Takt bilden sollen. Dann muss durch entsprechende Notierung die Verkürzung des Taktes deutlich gemacht werden.

 

Die Differenz zwischen tatsächlichem und notiertem Takt wird also schon durch den Takt selbst und seine Formbestimmungen nahe gelegt. Die Notierung des Taktes besitzt überdies eine gewisse Robustheit gegenüber Fehlern bei der Einschätzung des Taktes. Die Lesbarkeit einer Notierung leidet nicht sonderlich, wenn prinzipiell zwei Harmonien in einen Takt gepackt werden. Bei der Taktnotierung richtet sich die Aufmerksamkeit ohnehin nicht auf den Harmoniewechsel, sondern auf die Betonungen, von denen niemand zu wissen braucht, dass sie abgeleitete Erscheinungsformen des Taktes sind.

 

Zur Notierung der Takte gehört in der Praxis auch die Notierung der Tonlängen und der Taktart, die allerdings auf der Teilung des Taktes beruhen. Fachbegriff aus dem Bereich Musik.


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